Digital Detox für mehr Produktivität und weniger Stress

Digital Detox für mehr Produktivität und weniger Stress

„Dauererreichbarkeit ist die Schlange in unserem digitalen Garten Eden.“ – Ulrike Stöckle

 

Status Quo

Gesegnet sei die Digitalisierung! Sie macht das Arbeiten einfach nur besser. Optimierte Produktivität. Höher, schneller, weiter. Oder? Wir arbeiten viel flexibler, individuell-angepasster, effizienter, effektiver, usw. usw. Aber häufig ziehen die Vorteile der Digitalisierung eben auch Nachteile für den Nutzer mit sich. Namentlich ist das besonders die Dauererreichbarkeit und ständige Ablenkung. Sie gehören nun mal zu den Anforderungen der modernen Arbeitswelt sowie zur modernen Art und Weise privater Kommunikation hinzu. Doch mit ihr kommen einige Probleme.

 

Die Problematik

Dauerhafte Erreichbarkeit erhält ständige Alarmbereitschaft aufrecht, zieht häufig Ablenkungen mit sich, und verursacht mit der Zeit Stress.

Im Schnitt werden Arbeitnehmer alle 11 Minuten bei der Arbeit von etwas abgelenkt. Um sich konzentriert in eine Aufgabe hineinzudenken benötigt man allerdings etwa 20 Minuten. Durch dieses Ausmaß an Ablenkung bleibt viel Produktivität auf der Strecke. Man agiert immer mehr reaktiv, und immer weniger proaktiv.

DigitalDetox.org hat in diesem Kontext ebenfalls einen augenöffnenden Kontrast von Statistiken entdeckt: Der durchschnittliche Arbeitnehmer checkt 40 Websites pro Tag und wechselt zwischen insgesamt 37 Aktivitäten. Diese Wechsel geschehen ca. alle zwei Minuten. Dabei können allerdings ledglich 2 % aller Leute wirklich multi-tasken, ohne dadurch an Leistung und Produktivität zu verlieren.

Bei Tech-Riesen wie Google, Facebook und Microsoft ist bereits ein Bewusstsein für diese Problematik erwacht. Schließlich kostet diese am Arbeitsplatz viel Produktivität der Mitarbeiter und somit auch Geld.

Zusätzlich könnte man vorbringen, dass wir zu viel Zeit mit Dingen (Social Media Feeds etc.) verbringen, die eigentlich nicht wichtig sind. So zumindest die Autorin Nancy Colier in ihrem Buch „The Power of Off“. Letztlich muss das natürlich jeder für sich selbst bewerten. Aber man sollte wenigstens mal hinterfragen, was einem wichtig ist und inwiefern das eigene Nutzerverhalten im Internet dies wiederspiegelt.

 

Die Lösung: Digital Detox für mehr Produktivität und weniger Stress

Digital Detox, oder auch digitales Entgiften, bezeichnet eine bewusst gesteuerte Einschränkung bzw. Verzicht auf Smartphones und Computer, insbesondere mit dem Zugriff aufs Internet. Dabei ist das „Ausmaß“ des Verzichts sehr individuell gestaltbar.

 

Was es bringt zu entgiften

Ein bewussterer Umgang bzw. zeitweiser Verzicht mit unseren digitalen Geräten und dem Internet kann zahlreiche Vorteile mit sich bringen:

  • Man kann seine (Arbeits-)zeit strukturierter nutzen, da es entscheidend weniger Ablenkung gibt. Damit erhöht sich die Produktivität. Hierzu passt perfekt die starke Produktivitäts-Methode „50 Minuten Fokus Fenster“ aus diesem Blog-Artikel von uns.
  • Man spart Zeit bei dem Erledigen der vorliegenden Aufgabe, da man sich weniger mit „unwichtigem“ beschäftigt. Auch daraus resultiert eine gesteigerte Produktivität.
  • Ungeteilte Aufmerksamkeit wirkt sich aber nicht nur positiv auf Produktivität, sondern auch auf Kreativität aus. Also ist digitaler Verzicht auch besonders bei Aufgaben sinnvoll, die kreatives Denken erfordern.
  • Man kann sich besser Entspannen, wenn man für sich abgeklärt hat, dass das Handy jetzt gerade mal Zwangs-Pause hat. Daraus resultieren weniger (chronischer) Stress und weniger Gefühle der Überforderung.
  • Aus einer etwas romantischeren Sichtweise kann man sagen, dass man präsenter im Moment ist. Man kann ungeteilter das genießen, womit man sich gerade beschäftigt. Das kann mehr Freude und mehr Lebensqualität bedeuten.

 

Wie man die Technologie am Arbeitsplatz unter Kontrolle bekommt

Logisch, die Lösung kann kein dauerhafter Verzicht sein. Das ist nicht realistisch und außerdem nicht zielführend, bedenkt man die unzähligen Vorteile, die uns das Internet und digitale Kommunikation eröffnet. Also dreht es sich eher darum unser Nutzungsverhalten bewusst zu optimieren. Hier sind einige Beispieltipps dafür:

  • Benachrichtigungstöne von (Messaging-)Apps dauerhaft ausstellen.
  • Physische Barrieren zum Handy schaffen bzw. es in Team-Settings irgendwo gesammelt hinterlegen. Zum Beispiel kann man es bei der Arbeit oder in der Uni in den Rucksack oder die Handtasche packen, statt dem Tisch oder der Hosentasche. Beim Sport kann man es im Spint einschließen, und in Hotels im Tresor.
  • Alleine das Smartphone außer Sichtweise zu positioniere ist schon hilfreich.
  • Fasten-Zeiten einplanen. Zum Beispiel einen Tag alle zwei Wochen und eine durchgehende Woche im Jahr. Wenn man das sichere Gefühl hat, dass das wirklich unmöglich ist, kann man es in festen Zeitblöcken im Tagesverlauf versuchen. Zum Beispiel einmal kurz beim Frühstück und dann erst wieder in der Mittagspause.
  • Emails nur gebündelt zu festen „Öffnungszeiten“ lesen. Zum Beispiel nur viermal pro Arbeitstag und einmal pro Wochenendtag.
  • Bevor man etwas googeln möchte kann man kurz innehalten und erstmal selbst nachdenken. Häufig weiß man es eigentlich schon (besser) und umgeht die Möglichkeit, sich bei der Google-Suche in den Tiefen des Internets zu verlieren.

 

Nutzen auf einen Blick

Bewussterer Umgang bzw. Verzichtphasen auf Internet, Smartphone und Co. verhelfen zu mehr Produktivität, mehr Kreativität und weniger Stress.

 

Schluss

Zu Guter Letzt soll dennoch gesagt sein, dass dieser Beitrag nicht kategorisch gegen Smartphones oder das Internet wettern soll. Veränderungen durch Technologien und entsprechendes Nutzungsverhalten, lassen sich weder aufhalten, noch umkehren, noch sind sie ausschließlich als etwas Negatives anzusehen. Dennoch sind reflektierende Erkenntnis und ein bewusster Umgang damit sehr entscheidend! Die Technologie sollten wir zu unserem Besseren nutzten, und uns nicht wie gefangene Fische am Haken durch die Feeds und Benachrichtigungen unserer Apps ziehen lassen. Nicht krampfhafter Selbstverbot oder Verteufelung, aber bewusstere Benutzung.

 

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By | 2017-04-25T15:51:22+00:00 April 21st, 2017|Blog|0 Comments

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