2 Probleme, die fast jeden Studenten um seine wertvolle Konzentration bringen

2 Probleme, die fast jeden Studenten um seine wertvolle Konzentration bringen

Bist du auch gerade in der Klausurphase?

Oder schreibst du sogar gerade an deiner Bachelor- oder Masterarbeit?

In diesem Blog-Post zeige ich dir zwei Probleme und Lösungsvorschläge auf – für bessere Konzentration beim Lernen.

Dann ist dir sicher folgendes Szenario bekannt:

Problem 1 – oder: Das „Aufmerksamkeits-Kaninchenloch“ Handy

10:27 Uhr:

Du breitest an deinem Schreibtisch oder in der Uni-Bib deine ganzen Lernsachen aus, positionierst deine Stifte, Wasser und Kaffee und… dein Handy. Ja klar, häufig brauchen wir das Handy ja auch um mit Kommilitonen zu schreiben, die für das gleiche Fach lernen. Aber brauchen wir es wirklich? Also nutzt es uns gerade bei der Lernsession? Häufig kommt es mir wohl eher schädlich vor.

Weil des Öfteren läuft es doch ungefähr so: Wir haben erst einen „legitimen“ produktiven Grund um zum Handy zu greifen. Nur um schnell eine Sache zu dem Lernstoff nachzufragen. Wir wissen, wer eine Antwort auf unsere Frage kennt und uns schnell weiterhelfen würde. Damit gewinnen wir ja auch wirklich Zeit. Wenn du dir die Frage selbst beantworten wolltest, bräuchtest du locker fünf oder zehn Minuten, oder noch länger, um die Antwort irgendwie aus dem Skript und der Literatur zu entschlüsseln…

10:50:

Also wir schreiben eine Frage kurz bei WhatsApp, vielleicht sogar direkt an mehrere Personen, die uns potenziell helfen könnten. Um Zeit beim Tippen zu sparen benutzt du stattdessen vielleicht auch die Voicemail Funktion. Aber was passiert dann? Wir checken andere Nachrichten, die wir in WhatsApp bekommen haben. Oder andere Benachrichtigungen, die oben aufgepoppt sind. Aaand there wo go… Ich ertappe mich in dieser Situation oft dabei, dann auch von WhatsApp in Snapchat oder Instagram zu wechseln, vielleicht auch mal kurz Facebook checken. Man könnte es quasi so ausdrücken (und hier bei lehne ich mich jetzt mal etwas aus dem Fenster und vermute, das passiert bei dir zum Teil ähnlich): Wir erlauben unseren Freunden ständig, uns beim Lernen zu stören. Wenn ein Kumpel beim Lernen persönlich neben mir sitzen würde und mich alle 15 Minuten antippen und mit einem Freizeit-Thema unterbricht, also… ne, läuft nicht!

Interessant wird es auch dann, wenn man z. B. zu dritt lernt. Dann überschneiden sich diese beschriebenen Unterbrechungszyklen immer mehr mit den konzentrierten Phasen der anderen beiden. Wenn du dann wieder drin bist, ist einer der anderen abgelenkt. Das ultimative Lernerlebnis hat man dann, wenn einer von den Lernenden von seinem Handy abgelenkt ist und man sich dann denkt: „Okay, es geht gerade eh nicht weiter, checke ich auch kurz mein Handy.“ You see where this is going. 😀

11:05 Uhr:

Zack, Elf Uhr Fünf! Also mal eben locker 15 Minuten in den Sand gesetzt. Na toll, eigentlich wollte ich doch Zeit sparen. Jetzt aber zurück in den Stoff!

11:20 Uhr:

Wir checken kurz WhatsApp und haben eine produktive Antwort erhalten, die uns beim Lernen auch wirklich weiter hilft. Wir bedanken uns noch kurz in WhatsApp – und der Ablenk-Cycle durch andere Nachrichten und Apps beginnt von vorne.

 

Problem 2 – oder: das „Aufmerksamkeits-Kaninchenloch“ Internet-Browser

Sehr zuverlässig funktioniert diese Ablenkung auch, wenn wir das Lernmaterial nur digital haben und neben der PDF auf dem Laptop oder PC noch ein Browser-Fenster mit Facebook, Amazon und co. geöffnet ist. Dabei läuft das Szenario dann häufig so ab: Man sucht über den Web-VPN der Uni oder bei Google für den Lernstoff relevante Infos und findet davon auch welche. Doch dann driftet man doch wieder über irgendeinen spontanen Gedankengang oder Link in die unendliche Weite des Internets ab.

Studien haben gezeigt, dass Schreiben von Hand zu einem besseren Lernerfolg beitragen, als das Tippen auf der Tastatur (Quellen z. B. hier, hier und hier). Klar, das Ausdrucken des Skriptes etc. kostet schnell 10 € pro Fach oder mehr… Aber wieviel sind gute Noten wert? Wenn es für einen Beitrag zum Lernerfolg geht, wäre beim Ausdrucken und handschriftlichem Arbeiten (von Zusammenfassungen, Karteikarten, etc.) vielleicht die falsche Stelle zum Sparen.

 

Was bei beiden Problem-Szenarien (von den jeweiligen verplemperten Minuten mal abgesehen) dich zusätzlich um die Effektivität deiner Lernsession beraubt, ist Folgendes: Jedes Mal, wenn man von seinem Gedankengang abkommt, sich kurz mit etwas anderem beschäftigt, dann aber wieder in den eigentlichen Gedankengang einsteigt, kostet das sehr viel Produktivität (Quellen z. B. hier, hier und hier).

 

Hier also vier hilfreiche Tipps, wie du deine Produktivität beim Lernen verbessern kannst:

  1. Benachrichtigungen am Handy ausschalten (Von allen Apps, auch keine Vibrationen). Du kannst es ja so einstellen, dass bei Anrufen dein Handy trotzdem klingelt bzw. vibriert.
  2. Fachfremde Tabs im Browser schließen oder noch wirkungsvoller: Blocker Programme wie z.b. Cold Turkey oder Free benutzten. Mit solchen kann man wahlweise Websites für die Zeit der Lernsession sperren.
  3. „Batch messaging“: Wenn du Nachrichten unabdinglich für das Lernen an sich brauchst, dann teste es doch mal, sie zeitlich gebündelt zu schreiben und zu lesen. Zum Beispiel wenn du dir einen Kaffee organisierst, zur Toilette stiefelst oder dir ein belegtes Brötchen kaufst. Aber nicht in den Lernphasen selbst!

 

Zum Schluss habe ich hier noch einen großen Zusatztipp, der nicht nur beim Lernen Gold wert ist: „Strukturierte Stückelung deiner Denkzeit“

In Verbindung mit diesem Tipp möchte ich auch noch eine besondere Gewichtung auf das Wort Phasen legen. Denn auch das Timing deiner Lernphasen kann dir sehr weiterhelfen. Zum Beispiel plane ich für produktive Denkzeit immer einen 50 Minuten Sprint und mache danach 10 bis 20 Minuten Pause, wo ich auch auf jeden Fall immer für irgendetwas aufstehe und ein bisschen rum laufe. Danach wieder 50 Minuten Denkpower, 10 Minuten Pause und so weiter. Natürlich sind die Zeitspannen für Sprint und Pause sehr individuell, 50/10 hat sich nur für mich persönlich bewährt. Mehr zu dieser Methode erfährst du hier.

Wenn man gezielt proaktiv vor der Erschöpfung aufhört und eine „Zwangspause“ einlegt kann man sich über die mehreren Sprints hinweg insgesamt länger frisch bleiben. Ich persönlich bekomme mit vier Sprints und vier Pausen (insgesamt 200 Minuten Denkpower, 40 Minuten Pause) einfach mehr gebacken als mit 200 Minuten denken am Stück und dann 40 Minuten Pause. Natürlich ist diese Timing-Angelegenheit immer sehr individuell aber vom generellen Prinzip wirklich sehr nützlich.

Also wenn du morgen deine nächste Lernssession startest, teste mal diese Zeiteinteilung in fokussierte Sprints und proaktive Pausen. Zusätzliche Wirkung erlangt diese Methode durch die Gewöhnung an diese Zeitstruktur, die dein Gehirn mit Wiederholung und Gewohnheit noch effektiver werden lässt.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar und hilf damit auch anderen mitleidenden Studenten 😉

By | 2017-04-25T15:14:08+00:00 Januar 24th, 2017|Blog|0 Comments

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